Ein kleiner Einblick in meine Welt der Tierfotografie

Ein kleiner Einblick in meine Welt der Tierfotografie

„Es sind die ohne Schuhe, die jeden Weg mit uns gehen. Es sind die ohne Geld, die uns all das geben, das unbezahlbar ist.“

Unsere Tiere begleiten uns leider nur einen kleinen Teil unseres Lebens. Dennoch sind sie für viele von uns ein vollwertiges Familienmitglied und nehmen einen großen Platz in unserem Leben ein. Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit, für Tierbesitzer Erinnerungen von ihren Vierbeinern in Bildern festzuhalten.

Ich bin Selina, 25 Jahre jung und komme aus dem wunderschönen Nordhessen, Nähe Kassel. Hauptberuflich bin ich als Sozialversicherungsfachangestellte tätig. Als kreativen Ausgleich habe ich mich bereits mit 18 Jahren nebenberuflich als Tierfotografin für Hunde und Pferde selbständig gemacht.

 

Selina Grass

Ich war schon als kleines Kind immer unglaublich fasziniert von der Tierwelt. Seit der Grundschule verbringe ich regelmäßig Zeit im Sattel und liebe das Gefühl auf dem Rücken eines Pferdes durch die Felder zu streifen. Mit 12 Jahren wurde mir dann der Traum vom eigenen Hund erfüllt. Merlin hat mich mein halbes Leben lang begleitet und ist der Grund dafür, dass ich die Fotografie für mich entdeckt habe. Mit ihm ist der Wunsch entstanden, so viele Erinnerungen an ihn wie möglich in Bildern festzuhalten. Ich bin ihm unendlich dankbar für die Zeit, die wir miteinander verbringen durften und für alles was ich durch ihn gelernt habe. 

Mit der Zeit habe ich neben meinem Hund und meiner Reitbeteiligung auch die Tiere von Freunden und Bekannten fotografiert. So ist dann aus einem Hobby eine Leidenschaft zur Fotografie entstanden. Seit über sieben Jahren darf ich nun bereits Tierbesitzer mit meinen Bildern glücklich machen und ich könnte mir keinen schöneren Ausgleich vorstellen.

 

"Es ist mir unheimlich wichtig, das Tier auch so festhalten zu können, wie die Besitzer es kennen und lieben."

In meinem Blogbeitrag möchte ich dir etwas über meine Tierfotografie erzählen, welches Equipment ich nutze und worauf es beim fotografieren von Tieren ankommt. 

Meiner Meinung nach ist es beim Fotografieren von Tieren erforderlich, ein gewisses Gespür für Tiere und ihren Charakter zu haben. Es ist mir unheimlich wichtig, das Tier auch so festhalten zu können, wie die Besitzer es kennen und lieben. Daher versuche ich schon im Vorfeld viel über mein Model zu erfahren, um die richtige Location aussuchen zu können.

1000 Möglichkeiten für tolle Locations 


Gerade in der Hundefotografie gibt es so viele Möglichkeiten, was die Wahl der Location betrifft. Sowohl Wald,- und Wiesenwege, als auch in der Stadt lassen sich tolle Bilder zaubern. Im Sommer bieten Blumenfelder oder Flüsse und Seen auch tolle Möglichkeiten. Wichtig ist für mich immer, dass ich keine störenden Elemente im Hintergrund habe, die von meinem Motiv ablenken. Ich versuche den Hund so zu platzieren, dass der Hintergrund mein Model gut einrahmen kann. Im Bildschnitt achte ich dann außerdem darauf, dass in Blickrichtung des Hundes noch genügen Platz im Bild ist, um es interessanter zu gestalten. Zudem besuche ich die Locations für ein Shooting nie zur Mittagszeit. Das schönste Licht bieten für mich einfach die frühen Morgenstunden oder die Zeit kurz bevor die Sonne untergeht.

 

Mein Equipment für die Tierfotografie


Ich bin ein absoluter Fan von Festbrennweiten. Zwar ist man etwas unflexibler und muss sich mehr bewegen, allerdings gefällt mir die Bildwirkung um einiges besser als bei Zoomobjektiven. Ich arbeite überwiegend mit dem Canon EF 135mm f/2.0 L USM. Für Bilder aus der Vogelperspektive nutze ich das Sigma 35mm f/1.4 Art. In der Pferdefotografie verwende ich allerdings schon überwiegend ein Zoomobjektiv. Das Canon EF 70-200 mm f/2.8 L III IS USM bietet einfach mehr Flexibilität, da bei Pferden in Bewegung nicht so gut steuerbar ist, wohin sie sich bewegen wie bei Hunden. Meine Objektive nutze ich zur Zeit an der Canon EOS 5D Mark IV. Der Umstieg auf das spiegellose System ist in naher Zukunft auf alle Fälle geplant, da ich gerade den Tieraugenfokus sehr interessant finde.

Die richtige Perspektive & Pose 


In der Hundefotografie arbeite ich überwiegend aus zwei verschiedenen Perspektiven. Die meiste Zeit verbringe ich flach auf dem Boden liegend, egal wie matschig es auch ist, um mich auf Augenhöhe mit dem Hund zu befinden. Ich mag es aber auch einfach sehr gerne, wenn mein Vordergrund im Bild einen schönen Unschärfeverlauf hat und die Grashalme oder Blätter ganz weichgezeichnet sind. 


Ebenfalls interessant sind Bilder aus der Vogelperspektive. Dabei setze ich den Hund direkt vor mich, halte ein Leckerli über die Kamera und fotografiere auf ihn herunter. Bei Bildern aus dieser Perspektive kann man sich auch kreativ sehr gut ausleben. Ich arbeite da super gerne mit Holi Pulver und färbe den Hund und den Boden mit etwas buntem Maismehl ein. 

Eine geeignete Pose für den Hund zu finden ist meist gar nicht so schwer. Das wichtigste Kommando, was die Arbeit sehr erleichtert ist „Bleib“. Ich kann mein Model dann sowohl im Sitzen, im Stehen oder auch im Liegen super fotografieren, wenn es eine Zeit an der Stelle verharrt. Da sich die meisten Hunde sehr gut animieren lassen, kann ich durch verschiedene Tricks die Blickrichtung des Hundes sehr gut beeinflussen. Schon, wenn der Besitzer sich an meiner Location in verschiedene Richtungen bewegt, geht der Blick des Hundes meist mit. Das Lieblingsspielzeug ist auch immer eine tolle Sache um die Aufmerksamkeit des Hundes zu erlagen. Wenn der Hund kleine Tricks kann, wie zum Beispiel den Kopf abzulegen oder Männchen zu machen, wirkt das auf Bildern natürlich auch immer toll. Wenn der Hund nicht so gerne still hält, nutze ich dies einfach, um Bewegungsbilder zu machen. Dabei kann ich den Hund entweder direkt auf mich zulaufen lassen, ich lasse ihn seitlich rennen, oder ich baue ein Spielzeug mit ein. Dabei ist bei vielen Hunden eine wirklich gute Reaktion und Treffsicherheit beim Fotografieren gefragt. Scharfe Bilder, bei denen der Fokus auch wirklich im Gesicht des Hundes liegt, sind nicht so leicht hinzubekommen und erfordern einfach etwas Übung. Besonders bei ganz schwarzen Hunden mit dunklen Augen ist es nicht so leicht, das Gesicht zu fokussieren.

 


In der Pferdefotografie hat man wieder auf ganz andere Dinge zu achten. Um auf Augenhöhe mit dem Pferd zu sein, muss ich in der Regel nicht liegen. Bei Pferdeshootings fotografiere ich meistens im Stehen oder in der Hocke. Wichtig ist, das Pferd so zu positionieren, dass es vorteilhaft abgebildet ist und die Proportionen des Pferdekörpers passen. Ich stelle das Pferd gerne leicht seitlich zu mir und lasse es dann ein bisschen über die Schulter zur anderen Richtung schauen. Dabei setze ich den Fokus immer auf das Pferdeauge.

"[...] Man benötigt [...] [...] sowohl beim Fotografieren von Hunden, als auch von Pferden ganz viel Ruhe und Geduld, um das Shooting zu einem besonderen und entspannten Erlebnis werden zu lassen."

Bei Bewegungsbildern von Pferden ist es wichtig, die richtige Galopp- oder Trabphase festzuhalten. Im Galopp möchte man am liebsten eine Phase der „Aufwärtsbewegung“ einfangen. Das erfordert am Anfang etwas Übung, aber wenn man den Kniff raus hat, finde ich Pferde in Bewegung einfacher zu fotografieren, als Hunde. Pferde kann man für Bewegungsbilder auch super longieren. So hat das Pferd zum einen immer denselben Laufweg und man hat mehrere Runden Zeit, das Bild in der perfekten Phase einzufangen.

Im Endeffekt benötigt man aber sowohl beim Fotografieren von Hunden, als auch von Pferden ganz viel Ruhe und Geduld, um das Shooting zu einem besonderen und entspannten Erlebnis werden zu lassen. Ist der Mensch aufgeregt und hektisch, überträgt sich das ganz schnell auf das Tier und so lassen sich nur schwer schöne Momente einfangen. 

Also, habt etwas Geduld, nehmt euch Zeit und probiert verschiedene Locations und Posen aus, wenn ihr eure Tiere fotografieren oder fotografieren lassen möchtet und mit Sicherheit werden dann tolle Erinnerungen entstehen, die euch niemand mehr nehmen kann, selbst wenn euer Tier nicht mehr zusammen mit euch durchs Leben geht. 


Alles Liebe,

Selina


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